Landesarchäologie | Außenstelle Koblenz

Die Archäologische Denkmalpflege Amt Koblenz dient der Erforschung, Sicherung und Erhaltung der archäologischen Denkmäler und Quellen in ihrem Arbeitsgebiet. Sie ist Teil des Landesdenkmalamtes und arbeitet nach dem Landesgesetz von 1978 »zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmälern«. Die Wissenschaft der Archäologie beschäftigt sich hauptsächlich mit den langen Zeiträumen der schriftlosen Geschichte, von den Anfängen menschlichen Lebens bis in die Neuzeit. So ist archäologische Forschung Geschichtswissenschaft, die Quellen und Urkunden sind Fundzusammenhänge und überlieferte Denkmäler, die teils oberirdisch sichtbar, teils im Boden verborgen sind. Kaum eine Landschaft im westlichen Mitteleuropa ist so reich an archäologischen Befunden, wie die Region Mittelrhein, in der die Zeugnisse für menschliches Leben bis nahezu eine Million Jahre zurückreichen. Doch auch für die folgenden, großen Epochen der Menschheitsgeschichte liefern zahlreiche archäologische Denkmäler mannigfache Urkunden für unsere Vergangenheit bis in die neuere Zeit. Die überlieferten Reste sind vielfältig und je nach Kulturstufe verschieden ausgeprägt. Diese einzigen Dokumente des unbestritten längsten Zeitraums der Menschheitsgeschichte werden nur allzu häufig durch Eingriffe des heutigen Flächenbedarfes in bislang ungestörten Landschaftsteilen unbeobachtet vernichtet und sind dadurch oft unwiederbringlich verloren.

Die wichtigsten Aufgaben der archäologischen Denkmalpflege ist daher die Erforschung der Kulturlandschaft nach wissenschaftlichen Maßstäben durch systematische Erfassung und Aufnahme aller bekannten Denkmäler und Funde, sowie wissenschaftliche Ausgrabungen gefährdeter Fundstellen, um den Quellenbestand für die Forschung zu sichern und zu erweitern. Damit nimmt das Amt eine hoheitsrechtliche Aufgabe wahr und hat als Träger öffentlicher Belange teil z. B. an Planfeststellungsverfahren und wirkt im Vorfeld an Planungsvorhaben mit, um ggf. Sicherungsmaßnahmen für den Erhalt der archäologischen Urkunden einzuleiten. Die täglich z. T. durch Unkenntnis zunehmenden Verluste an archäologischen Denkmälern mahnen dazu, Voraussetzungen zu schaffen, um in Zukunft mehr schützen, erhalten und sichern zu können als dies derzeit möglich ist.

Der große Flächenbedarf unserer Zeit wie etwa die Gewinnung von Bodenschätzen (z.B. Bims, Basaltlava, Kies, Ton u. v. a.) der Verkehrs- und Wirtschaftssektor, die Erschließung von Neubau- und Industriegebieten, sowie die landwirtschaftliche Intensivnutzung (Tiefpflügen, Flur- und Reblandbereinigung u. a.) zerstört zunehmend auch in unserer Region das archäologische Quellmaterial weitestgehend unerkannt. Aber auch durch Windbruch und den Einsatz schwerer Erntemaschinen in der Holzwirtschaft wird manches archäologisch wertvolle Objekt vernichtet. Dadurch verringert sich der Bestand an archäologischen Denkmälern in beängstigendem Ausmaß und ist doch nur begrenzt vorhanden! Daher muss ihre Erforschung und Sicherung erheblich verbessert werden. Über solche Verluste, aber auch über Erfolg und neue Ergebnisse in der Archäologie an Mittelrhein und Mosel wird die Öffentlichkeit durch Informationsveranstaltungen, Veröffentlichungen und Vorträge und vieles andere mehr informiert.

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