Unter den Fundamenten mehrerer römischer Tempelbauten des 1. bis 4. Jahrhunderts n. Chr. fanden sich Spuren spätkeltischer und frührömischer Kultanlagen. Hier hatten die Treverer - ein keltischer an der Mosel lebender Stamm - ihren Göttern die Waffen besiegter Feinde und sowie Gold- und Silbermünzen geopfert. Unwiederbringlich sollte das Opfer sein, so verlangte es der Ritus, die Waffen wurden zerstört, die Münzen zerhackt. Das Heiligtum selbst befand sich im Zentrum einer ca. 20 ha großen stadtähnlichen Anlage der Treverer. Aufwändig war das Bergplateau mit einer kilometerlangen Befestigung gesichert. Cäsar spricht von einem Oppidum. Keltische Fürsten residierten auf dem Martberg, der größten keltischen Siedlung des Treverergebietes und beherrschten von hier aus das gesamte Gebiet der Untermosel. Ihre Macht fand mit den Eroberungen Caesars ein Ende.
Der römische Respekt vor den einheimischen keltischen Göttern wird an dem Ausbau der ehemals keltischen Kultanlage deutlich. Zahlreiche Tempel, zunächst in Holz-, ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. in Steinbauweise, wurden errichtet. Typisch für die Region ist der so genannte Umgangstempel. Turmartig erhebt sich die Cella, in der sich das Allerheiligste, die Statue oder ein Altar der verehrten Gottheit befand. Um die Cella verlief ein Säulenumgang und bot Platz für Prozessionen der den Tempelbezirk aufsuchenden Pilger. Knapp 10 000 Münzen, Hunderte von Gewandspangen und Tausende von Opfergefäßen belegen eindrucksvoll die Bedeutung des Heiligtums für die romanisierte ansässige Bevölkerung. Von römischen Festbanketten zu Ehren der Gottheit, von Trank und Gefäßopfern zeugen zahllose Gefäßscherben.